Viel Auto für wenig Geld: Der Mercedes CLK 320

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Schnelle Autos kosten viel Geld in Anschaffung und Unterhalt – aber nur, wenn man sie neu, als Jahreswagen oder als junge Gebrauchte kauft. Mit älteren Fahrzeugen bekommt man hier Leistung und Prestige zum kleinen Preis.

Nach dem bei meinem Golf III für 400 € nach einem Jahr und über 20.000 Kilometern der Scheidungstermin durch den TÜV nahte, sah ich mich beim Gebrauchtwagenhändler meines geringsten Misstrauens nach einer neuen Billigmühle um. Dabei verliebte ich mich dummerweise in einen 20 Jahre alten Mercedes CLK 320 und führte ihn dann auch tatsächlich zum Landratsamt.

Allerdings hatte ich den Wagen nicht ganz blauäugig und auf die Lobreden des Autohändlers hin gekauft: Ich hatte mich bei meinem Versicherungsmenschen nach den Kosten für die Haftpflichtversicherung erkundigt und die Preise für neue und gebrauchte Ersatzteile recherchiert. Für ein Auto mit 218 PS sind die 93 €, die ich im Vierteljahr an Haftpflichtprämie bezahle erstaunlich günstig. Die gängigen Verschleißteile sind im Autoteilehandel zu Preisen zu haben, wie sie auch bei anderen Autos üblich sind. Bei der Steuer langt der Fiskus nicht ganz unbescheiden zu, es sind hier deutlich über 200 € pro Jahr fällig, was aber für einen Wagen mit 3,2 Liter Hubraum auch nicht so viel ist.

Ich kaufte den Wagen für 3200 € und stellte dann fest, dass er auch im Verbrauch für seine Leistungsklasse recht bescheiden ist, je nach Fahrweise und Strecke schlug er zwischen 9,5 und 11 l pro 100 km. Kleinverbrauchsfetischlisten werden hier schmerzlich stöhnen. Tatsächlich liegt mein Auto damit aber gar nicht so viel über den Fahrzeugen, die sonst bei uns im Hause vorhanden sind und waren und die auch benutze bzw. benutzt habe. Omas Suzuki Wagon R+ mit Automatikgetriebe braucht um die 9 l, im gleichen Bereich liegen auch die vorhergehende und die jetzige Familienkutsche, ein Renault Espace und ein Citroën C8. Von meinem Jagdwagen, einem Lada Niva ganz zu schweigen.

Sorgen macht mir lediglich die Preise für die Reifen, da ich vor etwa 25 Jahren einen 350 SE der Baureihe 116 besessen habe, bei dem ich pro Reifen einer nicht mal besonders renommierten Marke mit Montage 285 DM hinblättern durfte. Offensichtlich sind jedoch Reifen für schnelle Autos im Verhältnis billiger geworden. Die bis 300 km/h zugelassenen Reifen der Größe 225/40 R 18 92 Y im ganz normalen Reifenhandel ab etwa 100 € pro Stück mit Montage zu haben. Legt man knappe 150 € pro Rad an, darf es dann sogar schon ein Conti sein.

Die Coupes der 208er Baureihe sind zeitlos schöne Wagen und man kann sich mit ihnen auch nach 20 Jahren noch sehen lassen. Rost ist an meinem Wagen so gut wie nicht vorhanden. Gerade bei Mercedes ist es so, dass viele Neuwagenkäufer ihre Autos sehr lange fahren. Es weiß also niemand, ob man sich den Wagen seinerzeit neu gekauft hat oder erst vor kurzem gebraucht.

Auf jeden Fall bekommt man hier, wie meist bei gebrauchten Autos mit Stern, für wenig Geld viel Auto und einiges an Prestige.